Interview mit Universa
3. AUSGABE // 14. September 2010 - Life@HSG
Geschrieben von: Alessia von Rohr   

Universa – DER Frauenverein an der HSG

Ein Interview mit Anke Gerding und Susanne De Angelis

 

Universa2


Der Frauenverein wurde vor ca. 5 Jahren gegründet. Der Legende nach war es an einem verregneten Sonntagnachmittag. Eine Gruppe von Freundinnen führt eine angeregte Diskussion darüber, warum es so wenige Frauen an der HSG gibt und warum die wenigen, die es hat, ihre Präsenz nicht deutlicher unterstreichen. Et voilà, die Idee des Frauenvereins war geschaffen.

Anke, Susanne, zuerst einmal die einfachen Fragen. Seit wann seit ihr dabei und wie kam es dazu?

„Das müsste zwei Jahre her sein. Es war Weinachtzeit und wir wurden vom Verein eingeladen, Guetzli (Kekse bzw. keksähnliche Süßwaren) zu backen. Dort wurden wir gefragt, ob wir interessiert wären, die Führung des Vereins zu übernehmen. Ohne viel zu überlegen haben wir Ja gesagt. Am Anfang allerdings haben wir es um ehrlich zu sein nicht so ernst genommen, da der Verein, wie soll ich sagen, klinisch tot war...“

Was sind denn so die Aktivitäten des Frauenvereins während des Semesters? (Pyjamaparties? Falsch gedacht!)


Am Anfang haben wir uns einmal pro Woche getroffen, aber es war viel zu langweilig. Jetzt machen wir Events, die Spiel, Spaß und Spannung versprechen. Beispielweise organisieren wir Cocktailabende, Womens Days und Parties im Elephant Club. Wir sind z.B. aber auch die Brauerei besuchen gegangen (Anm. d. Red.: äußerst frauentypisch) und machen Business Events, die nur für Frauen sind, wie z.B. Unternehmen besuchen, usw.“

Seid ihr in Kooperation mit anderen Vereinen?

„Bislang nur mit dem Schaffhauser Club. Wir sind mit ihnen die Brauerei besuchen gegangen“

Mädels, ganz unter uns, der FRAUENverein ist keine Bewegung gegen die Diskriminierung, oder? Ist das Primärziel nicht vielmehr die Diskriminierung des stärkeren Geschlechts?


„Zugegebenermaßen richtig! Normalerweise diskriminieren wir Männer ... (Anke und Susanne schmunzeln, sie amüsieren sich köstlich) Aber seit diesem Jahr sind auch Männer bei unseren Events dabei. Wir suchen ja die Gleichberechtigung.“

An der Uni kursieren Gerüchte, im Frauenverein seien nur Lesben.... Stimmt das oder ist dies nur wieder eine der unzähligen HSG Legenden?


„Wir zwei sind ganz sicher keine Lesben und soweit wir wissen gibt es auch (noch) keine Lesben im Verein. Ich denke die Leute haben einfach eine falsche Vorstellung über unseren Verein. Aber es gibt auch Männer die unseren Zusammenschluss respektieren und bewundern. Und es gibt auch eine lustige Geschichte, bei der männlich und weiblich nah beisammen liegen. Wir senden immer Emails und Messages auf Facebook, um Werbung für unsere Events zu machen. Wir haben Monate lang Emails an einen Dominique geschrieben, weil wir dachten er sei eine Frau, da sein Name mit „-que“ endete. Wie sich herausstellte, war Dominique ein Mann... Er hat uns, als es ihn vermutlich zu sehr genervt hat, geschrieben, er fände was wir machen eine super Sache, aber er sei schlicht weg nicht interessiert....“

Machen wir doch etwas Werbung. Wie funktioniert die Mitgliedschaft? (Der Witz, mit „MitGLIED“ ist sogar unter unserem Niveau, oder?) Sind eure Events für alle Frauen offen?

„Es gäbe rein statutarisch einen Mitgliedsbeitrag von 10.- Fr zu bezahlen, aber das macht fast niemand und wir machen auch keinen Stress deswegen. Die Business Events sind nur für Frauen zugänglich. Die Parties im Elephant usw. sind aus eigenem Interesse auch für die Männer geöffnet.“

Und seit ihr als Verein sehr miteinander verbunden?


„Nein überhaupt nicht. Die Mädels im Verein wollen sich nicht zu sehr binden. (Anm. d. Red.: und wieder eine Gemeinsamkeit zwischen dem Männer- und dem Frauenverein) Das einzige was konstant bleibt ist der Vortand. Die Mitglieder kommen und gehen. Bei Business Events kommen eigentlich immer recht viele Leute, bei „Fun“ Events eher weniger. Uns verbindet einfach die Freundschaft.“

Was genau meint ihr mit „fun events“?


Beispielweise gehen wir alle zusammen an die Olma, um Wein zu degustieren oder ins City Beach. Manchmal machen wir einfach eine WG Party. Es gibt auch Parties in Clubs einmal pro Semester. Wir machen, um es auf den Punkt zu bringen, sehr gerne Party. Da ist es sehr praktisch, dass wir immer mit Vodka versorgt werden. (Anm. d. Red.: Die nächste Aussage könnte auch vom Verein der anonymen Alkoholiker sein.) Einmal hatte ich zu viel Vodka getrunken und habe meine Schlüssel verloren... Ich konnte für zwei Tage nicht in meine Wohnung!“

Anke, Susi, wie möchtet ihr um die Assessis werben?

„Denkt an uns am Tage der Vereinsbörse. Wir haben Kuchen! Letztes Jahr haben wir auch Schnaps verteilt und tja... ein bisschen ärger dafür bekommen. Apropos Kuchen... letztes Jahr an der Vereinbörse hatten wir „Bananen“ als Thema. Wir wollten Schokobananen machen, aber irgendwie hat die Schokolade nie an den Bananen gehalten. Wir haben alles versucht: mit Wasser (Anm. d. Red.: ...), Tricks aus dem Internet... Nichts hat geholfen! Wir waren sehr verzweifelt und zu Tode getrübt. Die Hälfte der Bananen war bereits zerstört und die andere Hälfte konnten wir nicht mehr sehen, zu sehr haben wir uns mit Bananen beschäftigt. Aber schlussendlich hat Susanne einen fertigen Backteig gekauft und wir nutzten die Gunst der Stunde und fertigten einen Bananenkuchen. Dieser war in unseren Augen jedoch so hässlich und ekelhaft, dass sich an unserer Stimmung kaum etwas änderte. Doch wie das Leben so spielt kam ein Typ vorbei und war hellauf vom Geschmack des Kuchens begeistert. Er hat den ganzen Kuchen gegessen! Wir konnten es nicht glauben. Danach allerdings schworen wir uns nie wieder Fruchtexperimente zu machen! Wir brauchen die Zeit zum feiern und nicht zum backen.“

Und organisiert ihr ab und zu auch etwas Kulturelles oder geht ihr immer nur auf Party, saufen und Schlüssel verlieren?


Kulturell denken wir, dass die Uni per se genügt... (Anm. d. Red.: NOT) Einmal hat uns eine Frau, die ein Buch über die englische Teekultur geschrieben hat, eine Email geschrieben. Sie hat gefragt, ob wir interessiert wären, eine „Teatime“ mit ihr zu verbringen, um Teesorten auszuprobieren... In unserer Runde herrschte Konsens: FAIL.“

Wie wir feststellen durften, scheint der Frauenverein eine Topadresse für Frauen zu sein, welche viel trinken, wenig kochen und Kultur nur aus der Bildzeitung kennen. Nein, nur kurz einmal seriös: Frauen dieser Universität vereinigt euch. Der Frauenverein ist euer Anker, euer Rettungsboot in dieser schwierigen Zeit. Frau Gerding, Frau de Angelis, herzlichen Dank für das offene Gespräch und weiterhin alles Gute.

 

 

Alessia von Rohr

 


 

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