Aktuelle Ausgabe Denkbar Campus #4 // April '11 Life@HSG Vorauf ich meinen Arsch verwette…
Vorauf ich meinen Arsch verwette…
4. AUSGABE // 1. APRIL 2011 - Life@HSG
Geschrieben von: von Andreas B. Weber   

Vorauf ich meinen Arsch verwette…

Small Talk boomt. Wenn ich könnte, würde ich „Small Talk“-Aktien kaufen

von Andreas B. Weber

Die Zeiten waren wohl nie besser um sich als oberflächlicher Kommunikator zu profilieren. Nicht nur stehen einem etliche soziale Plattformen zur Verfügung um diesen Volkssport auszuüben – nein es scheint sogar als notigwendige soziale Kompetenz abgestempelt zu sein. „Wer nicht redet, ist nicht“ mag das neue Credo sein. Ist das vielleicht auch der Entstehungsgrund dieses Artikels? Scherz beiseite.

Worauf will ich hinaus? Die Anreize unserer heutigen Gesellschaft setzen unserer Kommunikation bitter zu. Nicht nur die Art, sondern auch der Inhalt wird heutzutage schöngefurzt. Spricht ein Politiker unangenehme jedoch wesentliche Themen, wie die Altersvorsorge an, so kann er seine Wählerstimmen allesamt abschreiben. Gewählt wird heutzutage wer über Frieden, Hoffnung und Wechsel redet und nicht wer in die Hände spuckt und anpackt. Die blanken Wahrheiten, meine Damen und Herren, sind halt nicht rosig und wollen nicht gehört werden.

 


Praktische Wollpulli-Lösungen zu Heizkostenproblemen werden verpönt und mit sozialer Kälte gleichgestellt. Die Pragmatik dahinter missachtet. Es kommt sogar schlimmer. Bei der Interpretation ökonomischer Daten der demographischen Entwicklung und Zuwanderung wir gar mit Maulkörben geworfen. Von höchster politischer Instanz wird die Meinungsfreiheit bekämpft und durch den Dreck gezogen.

Dass die Grundlage solcher „stossenden“ Aussagen ihren Ursprung in der Ökonomie finden, interessiert niemand. Es mag sein, dass eine rezessive Ökonomie momentan nicht hip ist, doch Vertrauensbruch der Banken und Wirtschaftskrise hin oder her – die Methoden und Erkenntnisse der Ökonomie sind grundlegend. Eins plus eins wird auch morgen und übermorgen noch zwei ergeben. Es ist die Welt der Zahlen, welche der Wahrheit am nächsten liegt. Auf dieser objektiven Grundlage können Entscheidungen gefällt und Strategien ausgearbeitet werden. Schade nur, dass dies in fast keinem politischen Heft der Fall ist.

An dieser Stelle möchte ich mich auch schon verabschieden und den Gedanken im Raum stehen lassen. Dem geistreichen Leser möchte ich mit einem Zitat zurücklassen:

"Morality, it could be argued, represents the way that people would like the world to work, whereas economics represents how it actually does work."
-
Steven D. Levitt