| Katersschmide Des Kapitals |
| 4. AUSGABE // 1. APRIL 2011 - Politics@HSG |
| Geschrieben von: Arthur Socks |
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Katersschmide Des Kapitals
Eine studentische Bar braucht einen Subversiven Namen.Einen Namen, bei dem ganz im Sinne des Helden einesder prägendsten Filme unserer Jugend «die Coolness im Subtext mitschwingt». Die über 600 Namensvorschläge für die Campusbar reichten von studiennahen Schöpfungen wie «Kontextstudium 2.0», «Revisionsstelle» und «Rektorat» über Finanz-und Consultinglastige Begriffe wie «Bar Stearns» oder «Booze & Co», bis hin zu nihilistischen Eergüssen à la «Wurstsemmel» und «Arschkopf Gedächtnisauditorium» in Anlehnung an die Versammlungshalle der Springfield Elementary School. Eine Jury inspizierte den reichen Fundus an Ideen und Stellte eine Handvoll Vorschläge zur Wahl, welche sowohl Coolness als auch Subtext vermissen liessen. Die Studierenden entschieden sich schliesslich für den Namen «Ad Hoc», was so viel heissen soll wie «Für diesen Moment gemacht». Das «Ad Hoc» auf dem Campus hat nun am 21. Februar seine Pforten geöffnet. Von wenigen bemerkt, feierte das Kind der Studentenschaft (sHsg) mit fünf Monaten Verspätung seine Geburt. Es war eine schwierige Geburt für den jüngsten Spross der sHsg Familie und Beileibe keine günstige für die Studierenden. Mit einem vom Studentenparlament genehmigten Kreditrahmen über CHf 174‘000 wurde dem Prestigeobjekt der Ära Bekemeier (Präsident der sHsg 2009/2010) leben eingehaucht. Die Studentenbar ist im sogenannten «Bereich G» (G für Gastronomie) in der sHsg angesiedelt, wie auch der Meeting Point in der Blumenbergstrasse 9, sowie die Partys der sHsg. Wenige Wochen zuvor musste der Initiative Meeting Point selbst, aufgrund fehlerhafter Buchhaltung innerhalb der sHsg und angeblicher Kommunikationsprobleme, ein Darlehen von CHf 30‘000 gewährt werden. Mit «weil Gelder ausgegeben wurden, die gar nicht zur Verfügung standen» begründete Studentenparlamentarierin Sandra Kaspar den Antrag vom Februar 2010.
Der «Bereich G» wurde bei seiner Schaffung im Frühjahr 2010 zusätzlich mit CHf 41‘000 an Eigenkapital aus dem Vorstandsvermögen der sHsg ausgestattet. Zu diesen Studierendengeldern kam zusätzlich noch die Übernahme des Gehalts des operativen Geschäftsführers des «Bereichs G» der Studentenschaft, Michael Dombrowe über CHf 50‘000 zwischen Februar 2010 und September 2010. Dieses Gehalt wurde ihm für den Zeitraum der Planung und Umsetzung des Projekt Campusbar bis zur Eröffnung im September 2010 bewilligt. Von diesem Zeitpunkt an sollte das Gehalt des operativen Geschäftsführers des «Bereichs G» durch die Erträge der Campusbar und anderer studentischer Projekte im «Bereich G», wie zum beispiel Partys der Studentenschaft und dem «Meeting Point» gedeckt werden. Dem «Bereich G» wurden somit im Frühlingssemester 2010 annähernd CHF 295‘000 aus Mitteln der sHsg zur Verfügung gestellt, welche allerdings dank erfolgreichem Sponsoring nicht komplett ausgeschöpft wurden. Diese Mittel stammen zu einem nicht unerheblichen Teil aus den Studiengebühren aller Studierenden. im September 2010 konnte jedoch das «Ad Hoc» aufgrund einer unbeachteten, deshalb verspätet erteilten Bewilligung und der einsprache eines Nachbarn nicht pünktlich eröffnet werden. Die Leitung des «Bereichs G» zu der neben dem operativen Geschäftsführer Michael Dombrowe auch der strategische geschäftsführer Christian Funk zählt, seines zeichens Präsident der sHsg seit Juni 2010, war nun gezwungen die laufenden Kosten aus anderen Kanälen zu decken. Die vonseiten der Vereine mit viel argwohn betrachtete Organisation der sHsg-Partys im «Bereich G» erwies sich hierbei als günstiges Vehikel. Schon im Assessment lernen wir, dass sich Organisationen auf ihre Kernkompetenzen beschränken sollten. Gastronomie gehört bei der sHsg nach den bisherigen Ereignissen offensichtlich nicht dazu. Ich bin mir sicher, dass die sHsg mit dem «Bereich Gg» nur die besten Interessen der Studierenden im Auge hat und nicht wie oft behauptet die Befriedigung persönlicher Eitelkeiten. Es stellt sich jedoch einerseits die Frage ob die sHgs überhaupt in diesem Bereich aktiv sein sollte, schliesslich gibt es keinen wirklichen Mangel an Bars und Partys in St. Gallen und andererseits ob sich diese Aktivitäten mit Subkontraktoren nicht hätten deutlich billiger bewerkstelligen lassen. In der Entscheidungsgrundlage zu Händen des Studentenparlaments zum «Projekt Campusbar» wird diese Möglichkeit jedenfalls nicht betrachtet. In diesem sinne. zum Wohl, auf die Katerschmiede der Studentenschaft. auf dass sie, anders als viele andere Studierendenbars, noch lange lebe. Schliesslich hat sie noch ein Darlehen zurückzuzahlen. ein Lichtblick gibt es aber doch. Um die CHf 160‘000 sollen mittlerweile an Sponsorengeldern eingetrieben worden sein. Der Kreditrahmen wurde daher kaum ausgeschöpft. Die Frage ob es nicht sinnvoller gewesen wäre dieses Geld und diese Arbeit in Projekte und Dienstleistungen zu investieren, die nicht vom freien Markt bedient werden wird dadurch aber nicht beantwortet. |